Mittelmeerkrankheiten

 Ein Name für einzelne Erkrankungen

Der Begriff "Mittelmeerkrankheit" steht für eine ganze Reihe von Erkrankungen, auf die ich hier eingehen möchte. Die Krankheiten finden sich meist im Mittelmeerraum und betreffen hauptsächlich Hunde. Die Erreger, werden durch Zecken und Mücken übertragen, die überwiegend in warmen Klimagebieten vorkommen. Neben den europäischen Ländern, ist dies der Mittelmeerraum, als auch Südengland, östliche Länder wie Ungarn, Rumänien und Bulgarien als auch andere klimatisch begünstigte Gebiete. 

Risikoländer

Die Mittelmeerkrankheiten sind sogenannte klassische Reisekrankheiten und benannt nach den Gebieten, in denen die Infektionsraten am höchsten auftreten. 

  • Bulgarien 
  • Balearen (Menorca, Mallorca, Ibiza)
  • England (Süd) 
  • Frankreich (Süd)
  • Griechenland 
  • Italien (Sizilien)
  • Kanarische Inseln (La Palma, Teneriffa) 
  • Kreta 
  • Kroatien
  • Mazedonien 
  • Montenegro 
  • Portugal 
  • Rumänien
  • Spanien 
  • Sardinien 
  • Schweiz (Tessin) 
  • Serbien
  • Türkei 
  • Ungarn

Zwischenzeitlich wandern die Infektionen auch außerhalb des Mittelmeerraumes aufgrund der immer größer werdenden Reiselust der Menschen. Nicht nur die Inkubationszeiten haben sich verlängert, es besteht auch die Gefahr, dass es zu einer Ansteckung z.B. in Deutschland von Hund zu Hund kommt, da beim Grenzübertritt zurück in die Heimat noch gar nicht klar war, dass das Tier erkrankt ist.

Für wen besteht ein Risiko?

  • Hunde, die aus den betroffenen Gebieten adoptiert werden
  • Hunde, die in diese Länder in den Urlaub mitgenommen werden

Zusammengefasst unter dem Begriff "Mittelmeerkrankheit" werden folgende einzelne Krankheiten:

  • Anaplasmose
  • Babesiose (Piroplasmose)
  • Borreliose
  • Dirofilariose (Herzwurm)
  • Ehrlichiose (Zeckenfieber)
  • Giardien
  • Hepatozoonose
  • Leishmaniose

Die Diagnose

Aufgrund der vielen unspezifischen Symptome sind die Erkrankungen nicht immer einfach zu erkennen. Notwendig sind hier ganz spezielle Blutanalysen um einen sicheren Befund abgeben zu können. 

Das Problem dabei: 

Blutuntersuchungen können teilweise erst Monate später sicher belegen, ob eine Infektion vorliegt, da die Symptome oft stark verzögert auftreten. Starke Immunschwäche gepaart mit viel Stress, das Umfeld mit hohem Infektionsdruck (unsauberes Wasser, sehr schmutziges Umfeld, kaum bis schlechtes Nahrungsangebot), beschleunigt den Ausbruch einer Infektion.

Das positive: Bei einem gesunden Hund mit einem gesunden Immunsystem / Darm kann eine mögliche Infektion gut bewältigt werden. 

Infektionen durch Zeckenbisse

Anaplasmose 

Folgende Symptome können sein:

  • Apathie - Appetitlosigkeit - Durchfall - Erbrechen
  • Erblindung - Fieber- Gelenkentzündungen - Lahmheit

Borreliose

In Europa ist die bakterielle Infektion Borreliose weit verbreitet. Der Krankheitsverlauf ist äußerst langsam und oft bleibt eine Ansteckung (lange) unbemerkt. Die Borreliose betrifft Tiere und Menschen gleichermaßen. 

Folgende Symptome können sein:

  • Appetitlosigkeit -  Abgeschlagenheit - Bewegungsunlust
  • Hohes Fieber bis zu 40,5 °C - Lymphdrüsenschwellungen

Ehrlichiose

 (das sog. Zeckenfieber / Rickettsiose)

Überträger ist die Braune Hundezecke Überträger und Reservoir. Die Übertragung durch die Zecke auf den Hund erfolgt ausgesprochen schnell. Nach Anheften der Zecke kann sie binnen 3 Stunden den Hund infizieren. Die Ehrlichiose tritt häufig mit der Babesiose Infektion auf!

 Folgende Symptome können sein:

  • Atemnot - Blutungen der Haut und Schleimhäute
  • Erbrechen - Fieber - eitriger und schleimiger Augenausfluss
  • Gewichtsverlust - Hornhauttrübung bis zur Erblindung
  • Lymphdrüsenschwellungen - Nasenbluten
  • Allgemeine Organschäden

Hepatozoonose

Die Hepatozoonose entsteht durch das Hinunterschlucken infizierter Zecken, dabei befallen die Erreger erst Muskeln und später den Darm. 

Folgende Symptome können sein:  

  • Blutiger Durchfall - Entzündungen der Muskeln - Fieber
  • Gewichtsverlust - arthrotisches Gangbild (hinken, humpeln..) - Muskelschmerzen


Infektionen durch Mückenstiche


Babesiose

Bekannt als "Hundemalaria" ist die Babesiose (Piroplasmose), bei der die Ansteckung durch den Stich von Mücken erfolgt. Eine Infektion durch Zecken ist auch möglich. Die Häufigkeit liegt bei den Mücken. Der Verlauf ist meist tödlich.

Folgende Symptome können sein:

  • Blutarmut - Gelbsucht - Sehr hohes Fieber bis 42 °C
  • Schnelle Auszehrung - Rot oder grünlich verfärbter Urin

Dirofilariose (Herzwurm)

Larven des Herzwurms werden durch Stechmücken übertragen. Der Befall geht über die Blutgefäße in Herz und Lunge. Aufgrund der bis zu 30 cm langen Würmer in den Herzkammern, ist eine (eventuelle) Operation möglich, aber sehr schwierig und Hochrisikoreich.

Folgende Symptome können sein:

  • Atemnot - Chronischer Husten - Gewichtsabnahme 
  • Störungen der Funktion von Herz und Lunge - Schäden der Leber und Nieren

Leishmaniose

Leishmaniose wird durch den Stich der Sand- und Schmetterlingsmücke übertragen. Es handelt sich um eine Immunkrankheit, die unbehandelt tödlich verläuft.

Folgende Symptome können sein:

  • Angeschwollenen Lymphknoten - Apathie - Abgeschlagenheit
  • Gewichtsverlust - Kleinen, offenen Hautstellen - Probleme mit den Krallen

Parasiten-Befall 

Giardien sind neben Milben, Flöhen, Würmer aller Art und Läusen, Dünndarmparasiten die immer mehr Einzug halten bei vielen Haustierbesitzern. 

Die Giardien finden sich u.a. in schmutzigen Gewässern. Bei ausscheiden von Kot ist dieser über den Dünndarm infiziert. Giardien können von Hund zu Hund oder von Katze zu Katze übertragen werden. Möglich sind auch Ansteckungen von Tier zu Mensch. Die Erkrankung kann mit einem starken Immunsystem und einer stabilen Darmgesundheit meinst frei vom Symptomen. Vor allem bei Welpen  und sehr schwachen und/oder älteren Hunden kommt zu Intervall-Durchfällen mit blutigen, schleimigen Stuhlgängen, starkem Geruch und teilweise mit Gewebsabsonderungen.

Folgende Symptome können sein:

  • Starke Durchfälle - Unlust, erhöhtes Futterverlangen, Wachstumsstörungen, stumpfes Fell