Heilerde - gut oder schlecht?

03.10.2019

Heilerde ist aktuell "ganz im Trend" wenn es um die Bekämpfung von Durchfällen, Sodbrennen und Übersäuerung geht! Dabei wird kaum auf das eigentlich Problem eingegangen -  das reine Behandeln von Symptomen ist nicht wegweisend, es lindert lediglich kurzfristig die Beschwerden.

Woher können die Beschwerden kommen, was ist also die mögliche Ursache?! 

  • Futtermittelunverträglichkeit durch:
  • Industriefutter 

  • Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)

  • Gastritis (Magenschleimhautentzündung)

  • IBD (chronic inflammatory bowel disease) = chronisch entzündliche Dünndarmentzündung

Schauen wir uns Heilerde etwas genauer an:

Heilerde oder auch Tonerde wird bereits seit der Antike zu medizinischen und kosmetischen Zwecken, innerlich und äußerlich, verwendet. Auch in der heutigen Zeit nutzen wir die Vorteile der Heilerde immer noch. 

Die Heilerde ist ein reines Naturprodukt, weshalb die Farbe, Reinheit und die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe je nach Ort der Abbaus, etwas variieren kann. Der beim Abbau entstandene Löss wird dann zu Heilerde verarbeitet.

Was sind Hauptbestandteile der Heilerde?

  • Dolomit
  • Aluminium
  • Feldspat
  • Kalkspat
  • Kieselsäure
  • Quarz
  • Silikate
  • Tonmineralien


Mineralien

  • Eisen
  • Kalium

  • Kalzium

  • Magnesium

  • Natrium

  • Silizium

  • Titan

und Spurenelemente

  • Fluor
  • Kupfer
  • Mangan
  • Nickel
  • Selen
  • Zink


Der Hund hat nicht die Möglichkeit Mineralien aus der (Heil-)Erde herauszulösen und diese für sich zu verwerten!

Bei einer täglichen Gabe von Heilerde kommt es zwangsläufig zu einer Mangelerscheinung.

Werden homöopathische oder schulmedizinische Medikamente gegeben, werden auch diese durch die Heilerde gebunden!

Daher mein Tipp: maximal 1-2 tage kann Heilerde eingesetzt werden, länger definitiv nicht!

Wann kann Heilerde bei Hunden kurzfristig eingesetzt werden ?

Innerlich:

  • Blähungen
  • Durchfall

  • Sodbrennen

  • Schmatzen (häufig)

  • Leerschlucken

  • Fressen von Kot

  • Grasfressen

  • Übersäuerung

  • Schlecken an Gegenständen (exzessiv)


Äußerlich in Form von Wickeln:

Sie können Heilerde gerade in der äußerlichen Anwendung Wickel mit Grünlippmuschel, Traumeel und / oder Teufelskralle kombinieren.

  • Stumpfe Verletzungen
  • Gelenkserkrankungen 


Vorsicht bei der Gabe/Dosierung (innerlich) mit Heilerde:

Achten Sie bei innerlichen Gabe der Heilerde auf die richtige Dosierung. Beginnen Sie mit einer geringeren Menge als hier angegeben, da nicht jeder Hund das Naturmittel verträgt!! 

Die Haupteigenschaft der Heilerde ist es, Flüssigkeiten zu binden. Allerdings bindet sie auch Fette wie beispielsweise die wichtigen Omega-3 Fettsäuren, fettlösliche Vitamine, Flüssigkeiten generell (daher auch wasserlösliche Vitamine etc.). Man kann eigentlich sagen, Heilerde bindet bei oraler Aufnahme alles was der Hund innerhalb eines Tages zu sich nimmt. 

Gibt man nun Heilerde täglich unter das Futter, kommt es zwangsläufig zu einer Mangelerscheinung, aufgrund der stark bindenden Eigenschaft! Der Dünndarm wird bei einer Dauergabe regelrecht "entfettet" und kann im schlimmsten Fall, austrocknen! Auch die stark erhöhten Gehalte an Silikaten und Silizium können eine Nephritis (Nierenentzündung) und Harnsteine hervorrufen!

Daher mein Tipp: 

  • Kleiner Hund: ca. 0,5 bis 1 Teelöffel / Tag max. 1-2 Tage 
  • Mittlerer Hund: ca. 1 bis 1,5 Teelöffel / Tag max. 1-2 Tage

  • Großer Hund: ca. 1,5 bis 2 Teelöffel / Tag max. 1-2 Tage

Heilerde ist kurzfristig (1-2 Tage) eingesetzt, recht hilfreich! Als Dauergabe im Sinne einer Nahrungsergänzung jedoch nicht geeignet!