Herbstgrasmilben-das große Jucken

05.10.2019

Herbstgrasmilben (lat. Neotrombicula autumnalis) Herbstmilbe, Erntemilbe,  oder auch Herbstgraslaus genannt, sind - je nach Befall - relativ harmlose Lästlinge, die zu den Spinnentieren zählen. Nur die Larven beißen bzw. stechen. 

Die Milben befinden sich bei Hunden und Katzen häufig an den Augenbögen, am Lidrand, Nasenrücken, in der Leistengegend, Beinen, Schenkelbeugen, am Rand der Ohren und in der Ohrfalte, am Anus und Vulva, der Schwanzspitze und vor allem zwischen den Zehen und Pfoten, also überall dort wo die Haut am dünnsten ist. Finden die Spinnentierchen den Weg in den Gehörgang, entstehen Symptome einer Ohrenentzündung. 

Typisch sind die vielen, kleinen, dicht aneinander sitzenden Bisse bei einem Befall. Binnen der ersten 24h nach dem Biss entstehen die stark juckenden Quaddeln.

Die Grasmilben treten vor allem in der Zeit von Juli bis Oktober verstärkt auf und finden optimale Lebensbedingungen vorwiegend in Wiesen, Gärten und Feldern. Gerade an trockenen, warmen und sonnigen Tagen gibt es besonders viele Larven der Herbstgrasmilbe. Eine Übertragung von Tier zu Tier findet nicht statt! Nach dem ersten Bodenfrost ist die Gefahr der Herbstgrasmilben gebannt - durch den Frost werden die Larven abgetötet.

Die Symptome können je nach Hund sehr unterschiedlich in Stärke und Ausprägung sein.

Woran erkennst du den Befall durch die Larven der Herbstgrasmilben ?

  • leichter bis sehr massivem Juckreiz
  • Fellverlust durch schubbern, benagen, lecken und kratzen 

  • Hautreaktionen mit Röstungen, Krusten, Quaddeln, Pusteln

  • Stark gerötete und entzündete haarlose Bereiche

  • Allergische Reaktionen

  • Sekundäre bakterielle Infektionen

  • bei extrem starken Befall, kann es auch zu Krämpfen und Epilepsie-artigen Anfällen kommen

Mit einer (auch mikroskopischen) Untersuchung der Haut sind die orangefarbenen Larven schnell zu erkennen.

In der Regel fallen die Larven von selbst ab, in diesem Fall ist eine antiparasitäre (chemische) Behandlung gegen die Parasiten sehr selten bis gar nicht notwendig. Allerdings wird je nach Ausprägung des Befalls, die geschädigte Haut nahezu immer zu behandeln sein.

Was kannst du (vorab) tun:

  • Nach jedem Spaziergang die Pfoten, Beine und den Bauch mit Wasser abwaschen
  • Eine Waschung der betroffenen Hautpartien oder Körperareale mit einer 1:2 oder 1:3 Mischung aus Wasser und naturtrüben Bio Apfelessig (1 Teil Essig+2 Teile Wasser)

  • Eine Waschung mit EM (effektiven Mikroorganismen)

  • Eine Waschung mit Neemseife (NICHT BEI KATZEN ANWENDEN!!)

  • Eine Waschung mit Kernseife

  • einer ph-neutralen Körpereinigung (z.B. von Xantara - das nutzen wir für Mensch & Tier)

Die hier aufgezeigten Möglichkeiten müssen ganz individuell betrachtet und eingesetzt werden.

Nach der Waschung empfehle ich die Stellen vorsichtig abzutupfen oder sanft einzucremen, z.B. mit:

  • Ozonisiertem Kokosöl (Waldkraft.bio incl. Gutschein)
  • Anisöl

  • Zedernöl

  • Neemsalbe

Diese Öle als auch das Neem mögen Milben überhaupt nicht!

Weitere Optionen sind auch:

  • Exner Petguard - Milbenspray (für Hunde und Katzen)
  • cdVet das MilbenEx (für Hunde und Katzen)


Gut zu wissen:

Außerhalb von Europa, z.B. in Ost- und Südasien können die Herbstgrasmilben Infektionserreger übertragen! In Europa sind die Herbstgrasmilben nicht weiter "gefährlich" sondern "nur lästig".