Fit im Winter - was du tun kannst

10.10.2019

Ausnahmen bestätigen die Regel ;-) 

Nicht jeder Hund ist wild auf die weiße Pracht, für die meisten Hunde ist es aber die tollste Jahreszeit überhaupt. Toben und ausgiebiges Wälzen im Schnee und vielleicht auch Schneeflocken mit der Schnauze fangen stehen ganz oben auf der ToDo-Liste ;-)

Worauf du im Winter achten solltest, habe ich hier zusammengestellt:


Die Ernährung im Winter

Wusstest du, dass im Herbst und Winter der Energiebedarf deines Hundes wesentlich steigt? Grund hierfür sind die niedrigeren Temperaturen aber auch der Fellwechsel. Der Hund benötigt für die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur weitaus mehr an Kalorien und Energie als im Hochsommer! In der kalten Jahreszeit ist es sinnvoll das Gewicht deines Hundes im Blick zu haben, da eine schleichende Gewichtsabnahme nicht sofort ins Auge fällt! 

Daher ist es im Winter besonders wichtig, die optimale Versorgung von Nährstoffen wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren zu gewährleisten.

Was du tun kannst:

  • Gönne deinem Hund mehr Futter im Napf 
  • Power-Kraftbrühe  Rezept siehe Blog
  • Hüttenkäse in Kombination mit Eigelb (kein EIWEISS)

  • Rinderfett (z.B. von Xantara) zufüttern - es gibt Kraft und Energie

  • Hochwertiges Lachsöl mit ausgewogenem Anteil an Omega- und 6 Fettsäuren

  • je nach Konstitution kann Vitamin C (aus Hagebutten) zugefüttert werden

  • Mineralstoffe / Aminosäuren / Vitamine / Spurenelemente

  • Moortränke für einen gesunden Darm und starkes Immunsystem

Ist dein Hund rundum gut mit Nährstoffen versorgt steht dem Winter nichts mehr im Wege.


Hund & Auto im Winter - geht das ?

Grundsätzlich sollte man weder im Winter und schon gar nicht im Sommer seinen Hund im Auto belassen! 

Diese Tipps sind kein Freibrief für eine ausgedehnte Shopping-Tour oder andere längerfristige Aktivitäten! Lasst Eure Hunde dann bitte zuhause, wenn es nicht anders geht oder nehmt sie mit!

Positiv im Winter kann man sagen, dass das Auto nicht allzu schnell abkühlt, als es im Sommer heiß wird! Unangenehm wird es Hunde aus dem südlichen Auslandstierschutz, kleinere, ältere und kranke Hunde! Die reguläre Körpertemperatur liegt bei Hunden zwischen 38,0° und 38,5° Grad Celsius, welche weder überschritten noch unterschritten werden darf.

Für kleinere und kurzfristige Zeitfenster darf der Hund ausnahmsweise im Auto warten. Ihr solltet genau für solche unvorhergesehenen "Notfälle" immer eine warme, kuschelige Decke an Bord haben und je nach Rasse auch einen Hundemantel. Ist die Außentemperatur unter 0°Grad, stellt Euer Fahrzeug in einem Parkhaus unter und schaltet bei Bedarf die Standheizung ein ! 

Wie im Sommer auch, bietet das Auto keinen Schutz vor den Außentemperaturen - daher gilt auch im Winter: Lass Deinen Hund bei Minusgraden nicht lange im Auto! 


Fellpflege im Winter

Generell solltest du nach jedem Spaziergang deinen Hund gut abtrocknen, auch die Pfoten. Hunde mit mittellangen oder langem Fell bedürfen einer ausgiebigeren Pflege als Hunde mit sehr kurzem Fell, hier reicht es meinst sie gründlich manuell zu trocknen.

Bürste oder kämme deinen Hund keinesfalls in nassem oder feuchten Zustand, das ziept unnötig und ist sehr unangenehm. Wenn dein Hund wieder trocken ist, ist die Fellpflege auch für deinen Hund eine Wohltat.

Im Herbst und im Winter solltest du deinem Hund das Fell nicht scheren! Er benötigt sein Fell als Schutz vor Kälte und Feuchtigkeit!

Um den natürlichen Fettfilm der Haut nicht zu zerstören, solltest du auf das Baden im Herbst und Winter verzichten, da sie die Barriere für Kälte und Feuchte darstellt. Musst du deinen Hund dennoch im Winter baden, achte darauf, dass du erst wieder mit dem Hund nach draußen gehst, wenn dein Hund komplett trocken ist, da sich vor allem bei Hunden mit Unterwolle die Feuchtigkeit dicht an der Haut hält.


Hunde können frieren

Auch wenn wir im Winter stetig mit unseren Hunden in Bewegung sind, können Hunde trotz Ihres Fells schnell frieren. Auch für den aktivsten Hund ist diese Form der Energiegewinnung irgendwann erschöpfend.

Sinken die Temperaturen, umso mehr müssen sich die Hunde bewegen, damit sie ihre Körpertemperatur konstant halten können. Sie benötigen eine Kernkörpertemperatur um den Organismus gesund zu halten.

Bereits bei 0° Grad Celsius frieren kleine Hunde! Bei kurzhaarigen und athletischen Hunden kommt es auch auf die Körpergröße an, aber auch sie frieren weitaus schneller als Rassen mit langem und dichtem (Unter-) Fell. Hier sind Hundemäntel eine gute Lösung!

Bei allen Hunden sind Nase, Ohren und die Pfoten ungeschützt der Witterung ausgesetzt und entsprechend empfindlich.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, ab wann Hunde frieren, habe ich eine tolle Darstellung von inpetso.de gefunden, die es sehr gut darstellt:


Richtige Pfotenpflege im Winter 

Bevor Ihr Los geht 

Überprüft gerade im Herbst und Winter die Länge der Krallen Eures Hundes. In dieser Jahreszeit verwandeln Laub und Schnee die Wege in relativ weiche Untergründe. Damit können sich die Krallen Eures Hundes kaum bis schlechter abschleifen. Die Krallen mit der richtigen Technik selbstständig gekürzt werden, ungeübte überlassen das Kürzen bitte einem Tierarzt oder Tierheilpraktiker.

Haare in den Zwischenzehen kürzen

Häufig bilden sich im Laufe eines Winter-Spazierganges Eisklumpen in den Zwischenzehen, die deinem Hund ab einer gewissen Größe schlicht weh tun. Daher sollte man die Haare zwischen den Zehen kürzen, dann sind zum einen die Pfoten generell besser zu reinigen und die Schneeklümpchen haben weniger Möglichkeit sich an die Haare zu binden. Wenn dein Hund starke Probleme mit den Pfoten hat, so kannst du ihm auch spezielle Hundeschuhe anziehen.


Ab nach Draußen

Die Pflege der Pfoten ist im Winter besonders wichtig - allerdings hat nicht jeder Hund grundsätzlich Probleme mit empfindlichen Pfoten und/oder kalten Wetterver-hältnissen, die dann auch keiner zusätzlichen Pflege bedürfen. 

Durch die verschiedenen Anforderungen draußen, wie Nässe, Kälte, Frost, Schnee, Streusalz, Splitt und Zuhause die Heizungsluft, stellt für manche Pfoten / Ballen eine große Herausforderung dar, die sich vor allem in rissiger, spröder und sehr trockener Hornschicht zeigt.

Für die sensibleren Fellnasen-Pfötchen gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Pflege:

  1. Die Pfoten nach jedem Spaziergang mit lauwarmen Wasser abwaschen. Damit entfernst Du nicht nur das Streusalz / Splitt oder auch das mancherorts noch eingesetzte Frostschutzmittel, sondern schützt auch deinen Hund ehe er das Streusalz mit der Zunge durch das Putzen aufnehmen kann.
  2. Wenn Ihr von Euren Spaziergängen zurück seid, die Schnee- oder Eiszapfen zwischen den Ballen entfernt wurden, kannst du nachsehen ob es kleine Risse gibt oder gar eine Verletzung vorhanden ist. 

  3. Wenn Ihr die Pfoten vor dem Laufen eincremt, kann sich weniger Streusalz, Splitt, Eis und Schnee festsetzen, zudem vermeidet ihr damit das Einreißen und verhindert die brennenden Schmerzen, die durch das Streusalz und der Splitt verursacht werden.

Was kannst du als Pfotenpflege einsetzen:

  • Vaseline
  • Melkfett

  • Hirschtalg

  • Ballistol-Öl

  • Olivenöl / Kokosöl

Was du bei stark rissigen oder kleinsten Verletzungen am Ballen einsetzen kannst:

  • Arnikatinktur / Salbe
  • Ringelblumensalbe

  • Ichtho Vet Derma-Creme der Firma Heel

Manche Hunde putzen Ihre Pfoten sehr ausgiebig, das solltest du im Blick haben, wenn die Pfötchen eingecremt sind, damit der Hund die Pfotenpflege nicht aufnimmt und mit Durchfall reagiert.

Neben der Pflege kannst du natürlich auch Pfotenschutz-Schuhe testen, vielleicht ist das eine gute Alternative für deinen Hund.


Die Magie von Schnee 

Kennt Ihr das auch, tolles Winterwetter, vielleicht scheint auch die Sonne und kaum fallen die ersten Schneeflocken, sind die meisten Hunde kaum wieder zu erkennen :-) Schnee hat fast eine magische Anziehungskraft auf die Fellnasen und läd ein zum übermütigen toben, ausgiebiges wälzen, spielen und Schneeflocken fangen. 

In dieser ausgelassenen Stimmung kommt es vor, dass Hunde auch Schnee fressen, dies kann aber zu der sogenannten Schnee-Gastritis führen! Daher solltet Ihr auch das Werfen und Spielen mit Schneebällen besser meiden, auch wenn es deinem Hund und dir sicher großen Spaß macht.

Durch die Aufnahme des gefrorenen Wassers kommt neben einer Mandelentzündung, vor allem zu einer Entzündung der Magenschleimhaut, Magen-Darm Problematiken, wie Durchfall, Erbrechen und auch zu Husten und Fieber! 

Aufpassen solltet Ihr auch auf gestreuten Wegen. Hier wird häufig Streusalz, Splitt eingesetzt, aber auch nicht selten Frostschutzmittel! Das Frostschutzmittel ist für  Hunde hochgiftig - bereits geringen Mengen des Frostschutzmittels ist ausreichend für starke Vergiftungserscheinungen, die schnellstmöglich tierärztlich behandelt werden müssen!  


Welches "Must have" ist im Winter wirklich sinnvoll?

Es gibt ja inzwischen viele Gadgets für Hunde die man unbedingt "haben sollte", aber ist das wirklich so ? 

Was ist eine sinnvolle Ergänzung zu Eurer Hundeausstattung für den Winter ? Das sind meine Favoriten, für die Hunde es wirklich brauchen:

Der Hundebademantel:

Klingt übertrieben ? Nein, nicht wirklich! 

Nach einem langen und intensiven Schneespaziergang, ausgiebigen Spielen und herumtollen im Schnee ist dein Hund bis auf die Knochen durchgenässt. Der Bademantel kann bereits unterwegs angezogen werden, so kühlt dein Hund trotz Bewegung nicht allzu schnell aus. Natürlich kann der Hundebademantel auch erst zuhause nach dem abtrocknen angezogen werden. Er saugt die (restliche) Feuchtigkeit auf und wärmt ein wenig.


Der Hunde(Winter-)mantel:

Je nach Rasse, Größe, Alter und Gesundheit ist ein wetterfester Hundemantel absolut wichtig und richtig! Die Mäntel gibt es je nach Bedarf und Anforderungen in vielen Variationen. Ein Hundemantel hält warm und trocken, wichtig u.a. gerade für Windhund-Rassen, ältere und kranke Hunde. Für die kurzbeinigen Fellnasen ist die Winterbekleidung ein Segen, sie hält den Bauch warm und wirkt so einer Blasenentzündung entgegen.


Der Hunde-Regenmantel:

Einige Hunde sind für Regen so gar nicht zu begeistern ;-) Damit wir sie trotz Regen vor Türe bewegen können, gibt es Regenmäntel für Hunde. Die Regenmäntel sind mit und ohne Bein erhältlich, wasserabweisend bis wasserdicht. Unterschiedliche Materialien bieten eine große Auswahl, je nach dem ob man einen leichten Regenmäntel oder eine robuste und komplett wasserdichte Variante bevorzugt. Viele Modelle sind verstellbar, mit reflektierenden Sicherheitsstreifen für eine optimale Sichtbarkeit in der Dunkelheit und in vielen Größen erhältlich.


Reflektoren und Warnweste für Mensch und Hund 

Für mich das WICHTIGSTE! Sichert Euch und Eure Lieblinge immer gut sichtbar für alle anderen Verkehrsteilnehmer! Gebt auf Euch Acht!

Passend zum Thema habe ich meinen Blog Beitrag "Fit und gesund im Herbst" eingefügt:

Macht Euch Sichtbar !

mit einer der Vielzahl an Varianten die dich & deinen Hund, vor allem sicher und gut sichtbar durch den Herbst / Winter bringen.

Es gibt u.a.:

  • Leuchthalsbänder
  • Warnhalstücher in Signalfarben

  • Warnweste

  • Reflektierendes Zubehör für Geschirr, Leine und Halsband

  • Selbstleuchtende Anhänger

Die Tage werden kürzer und wir starten unsere Spaziergänge meist in den dunkleren Morgen- und Abendstunden. Und manchmal will es gar nicht Tag werden, der Nebel oder dicke Wolken hängen über uns.

Hier lauert leider auch die Gefahr:

Im Wald oder auf dem Feld für Jäger, auf Gehwegen, stark befahrenen Straßen, für Jogger, Fahrradfahrer, Fußgänger, andere Hundehalter - einfach jeden dem wir gemeinsam mit unserem Hund begegnen für die wir NICHT SICHTBAR sind, entsteht ein erhöhtes Unfallrisiko!

Ärgerlich und unangenehm wird es zudem, wenn ein "unsichtbarer" Hund in dein Team hineinrennt! Nicht jeder Hund ist grundsätzlich mit anderen verträglich. Es könnten auch ältere und kranke Tiere deinen Weg kreuzen oder vielleicht ist ein Hund auch gerade im Training. 

Leine deinen Hund - auch wenn er sehr gut hört und abrufbar ist - zur Vorsicht an.

Achtet daher neben der Sichtbarkeit auch auf die beste Vorsichtsmaßnahme: Vorausschauendes Denken und Handeln hilft ALLEN ❤️ .