Dürfen Nüsse in den Hundenapf ?!

30.09.2019

Nüsse sind reich an gesunden Fetten - Vitaminen und Mineralstoffen und liefern daher Energie und wichtige Nährstoffe. 

 Die Nüsse, die für den Verzehr des Hundes geeignet sind, müssen:

  • Ungesalzen
  • Geschält 
  • Unbehandelt (ohne Zusätze) 

sein. 

Daneben sollte man beim Kauf auf eine hohe und wenn möglich Bio-Qualität achten. Beim lagern zuhause darauf achten, dass sich keine Pilzsporen bilden, denn die haben im Futternapf nichts zu suchen und können dem Hund schaden.

Da Nüsse generell einen sehr hohen Fettanteil als auch einen relativ hohen Phosphoranteil besitzen, ist wichtig zu wissen, dass:

  • das Fett in den Nüssen hochkalorisch ist und damit Übergewicht begünstigen kann
  • Phosphor bei einem Zuviel im Körper die Wahrscheinlichkeit von Nierenerkrankungen beim Hund deutlich erhöhen kann und daher nicht für einen täglichen Futterzusatz geeignet sind! 

In der Ernährung sind Kalzium und Phosphor wichtige Mineralstoff-Bausteine für Zähne und Knochen!

Daher ist die maßvolle Gabe (weniger ist mehr)  - gerade bei Nüssen - sehr wichtig. 

Die Fütterungsempfehlung lautet daher: 

Max 1-2 gemahlene Nüsse pro Kilogramm KM (KM=Körpermasse) in der Woche!

Welche Nüsse Sie an Ihren Hund verfüttern dürfen und welche besser nicht, erfahren Sie hier:


Unproblematisch (bei Verträglichkeit) können folgende Nüsse gefüttert werden:

Cashewkerne

Cashewkerne enthalten viel Phosphor - Ballaststoffen - Mineralstoffe und Omega-3-Fettsäuren. Der hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren kann schnell zu Übergewicht führen. Der hohe Anteil an Phosphor kann auch Allergien auslösen.

Die Nüsse können gelegentlich gefüttert werden. Leidet Ihr Hund allerdings an Allergien, sollten Sie von der Fütterung Abstand nehmen.

Gesalzene Cashewkerne dürfen nicht gefüttert werden!


Kokosnuss

Die Kokosnuss die im eigentlichen Sinne gar keine Nuss ist sondern zum Steinobst zählt, ist reich an mittelkettigen Fettsäuren - Vitaminen der Gruppe B - Vitamin E - Biotin - Antioxidantien und Folsäure. 

Die Fettsäuren der Kokosnuss werden langsamer verdaut und tragen so dazu bei,  dass der Cholsterinspiegel und Blutzucker stabil bleibt. 

Die Kokosnuss kann den Stoffwechsel anregen, das Immunsystem stärken , die Schilddrüsenfunktion anregen, ein Wurm- und Pilzwidriges Milieu schaffen, wirken positiv auf den Hormonhaushalt, sind gut für Haut und Fell

Auch ist die Kokosnuss bekannt für ihre Unterstützung der Bauchspeicheldrüse und kann bei Diabetes die Insulin-Resilienz senken. 

Die Kokosnuss kann als Kokosöl oder Kokosflocken dem Futter zugesetzt werden.


Maronen

Maroni sind reich an Mineralien - Spurenelementen - Vitamin B - Glutenfrei und fettarm.

Maronen sind gut geeignet für Futtersensible Hunde. Maronen stärken das Nervensystem. Die Maronen in gekochtem oder im Backofen gegarten Zustand verfüttern. Auch das Mehl der Maroni kann man hervorragend für Hundekekse einsetzen.


Paranüsse

Paranüsse sind die Fettreichsten Nüsse da sie einen sehr hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren enthalten.

Sie sind reich an Selen und Vitamin B. Das Spurenelement Selen trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems und der Schilddrüse bei. Hunde mit einem Körpergewicht von 20kg Körpergewicht sollten nicht mehr wie ein 1/2 Paranuss pro Tag verfüttern um eine Überdosierung von Selen zu vermeiden!

Hunde die zu Übergewicht neigen, sollten Paranüsse nicht erhalten. Die gesättigten Fettsäuren steigern den Appetit, sind aber auch schwer verdaulich. 


Pinienkerne

Pinienkerne sind die Früchte des Pinienzapfens und zählen im klassischen Sinn nicht zu den Nüssen. Pinienkerne sind ungiftig und können Zwischendurch gerne gegeben werden. Allerdings sind die Kerne nicht günstig.


Pistazien

Pistazien enthalten viele verschiedene Fette, wie mehrfach ungesättigte Fettsäuren - einfach gesättigte Fettsäuren und gesättigte Fettsäuren. Daneben finden wir Magnesium - Kalium - Kalzium - Vitamin C- eisen - Vitamin B6 - Zink - Phosphor - Kupfer und Vitamin A.

Auch die Pistazie ist eigentlich gar keine Nuss sondern wie die Kokosnuss eine Steinfrucht.

Pistazien dürfen ab und zu gerne in den Napf. Achten Sie darauf, dass die Nüsse frisch sind, nicht gesalzen und frei von Pilzsporen (Lagerung)!


Mit Vorsicht zu genießen sind:

Erdnüsse

Erdnüsse gehören zu den magnesiumreichsten Nüssen und enthalten ca 25% Eiweiß.

Für Hunde sind die Nüsse sehr mit Vorsicht zu genießen! Sie können bei Hunden mit Nieren- und Herzproblemen toxisch wirken, auch können die Nüsse Allergien auslösen und sie stehen im Verdacht von Epilepsieerkrankungen!


Haselnüsse

Haselnüsse enthalten enorm viel Fett und Eiweiß. Daneben enthalten die Nüsse viel Vitamine - Kalzium und Kalium.

Leider stehen Haselnüsse im Verdacht Allergien auszulösen!


Mandeln (süß)

Mandeln enthalten viel Folsäure - Kalzium - Magnesium - Phosphor - Schwefel - Chlorid - Kalium und B-Vitamine und Vitamin E. Daneben enthalten Sie hauptsächlich ungesättigte Fettsäuren.

Bei Mandeln müssen wir unterscheiden in MANDELN SÜSS und BITTERMANDELN!

BITTERMANDELN sind HOCHTOXISCH und tödlich!! Hunde können den Geschmack zwischen süßen Mandeln und Bittermandeln nicht unterscheiden! Beim fressen von Bittermandeln wird Amygdalin aus den Bittermandeln gelöst, das im Darm des Hundes BLAUSÄURE freisetzt und damit hochgiftig und lebensbedrohlich ist!!

Tabu sind:

  • Bittermandeln aufgrund der Blausäure
  • gesalzene Süß-Mandeln
  • Kandierte / gewürzte / gebrannte / in Teigmantel umhüllte Süße Mandeln

Schwarznuss

Die Schwarznuss ist für den Hund nicht geeignet, da sie mit einem nicht sichtbaren, giftigen Pilz befallen sein kann. Die Schwarznuss ist eine Verwandte der Walnuss.


Walnuss

Prinzipiell sind Walnüsse aufgrund ihrer ungesättigten Fettsäuren sehr gesund. Walnüsse können nur sehr reif und geschält in sehr kleinen Dosen gefüttert werden, allerdings bringt die Walnuss eine große Gefahr mit sich:

Bei ungeschälten, unreifen Walnüssen müssen Sie extrem vorsichtig sein. Die Nüsse können von Penicillium crustosum, ein Pilz der sich unter der Schale als auch die Frucht selbst befallen kann, den Sie mit bloßem Auge nicht erkennen können. Auch enthalten die Walnüsse Gerbstoffe, die massive Magen-Darm Probleme hervorrufen! 

Dieser Pilz (Penicillium crustosum) produziert das Nervengift Roquefortin C, welches dem Gift Strychnin stark ähnelt!

Achten Sie vor allem im Spätsommer und Herbst darauf, dass Ihr Hund keinesfalls Walnüsse aufnimmt, damit spielt, darauf kaut bzw zerbeißt. Die runde Form der Walnuss läd viele Hunde geradezu ein, es als "Spielball" zu interpretieren!

Nicht selten führt das Nervengift Roquefortin C zu massiven Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod. 

Klassische Symptome einer Vergiftung sind hier:

  • epilepsieähnlichen Anfälle
  • Krämpfe
  • Zittern
  • Erbrechen

Giftig sind folgende Nüsse:

Macadamianüsse

Die Macadamianuss ist für Hunde absolut giftig! 

Bei einem Hund mit 15 KG Körpergewicht reichen bereits 4 (!) Nüsse aus um eine Vergiftung auszulösen!

Anzeichen hierfür können in der Regel 12 Stunden nach Aufnahme sein:

  • Muskelzucken
  • Gelenkschmerzen

  • Fieber 

  • Erbrechen

  • Allgemeine Schwäche

  • Lähungserscheinungen

Warum die Macadamianuss für Hunde giftig ist, resp. welches Gift in der Nuss wirkt ist bis heute unklar.


Muskatnuss

Die Muskatnuss ist bereits in sehr geringen Mengen giftig durch die Wirkstoffe:

  • Elemicin
  • Myristicin
  • Safrol (Alle 3 Stoffe sind Halluzinogene!)

Sollte Ihr Tier versehentlich eine Muskatnuss erwischt haben, ist der sofortige Weg zum Tierarzt - besser noch - Tierklinik unverzichtbar!

Die Muskatnuss kann tödliche Folgen haben, daher ist eine sehr schnelle Reaktion erforderlich! 

Mögliche Symptome können sein:

  • Krämpfe
  • Orientierungslos
  • Muskelzittern
  • Übelkeit
  • Erbrechen

Bei der Muskatnuss ist sowohl die toxische Dosis als auch die Menge welche die Rauschzustände auslöst leider nicht bekannt.